
Januar
Größere Schneemengen sind in unserer warmen Region eher selten, aber ab und an setzt sich der Winter auch an der Saar durch. Dann ruht die Arbeit im Weinberg und wir wenden uns den anfallenden Arbeiten im Innenbereich zu. Die Flaschen werden bis zur Etikettierung in Gitterboxen im kühlen Keller mit optimaler Luftfeuchte gelagert. Bei Bedarf werden die Flaschen in einem Arbeitsgang mit Kapsel und Etikett ausgestattet. Dann werden sie in Kartons verpackt, palettiert und warten im Flaschenlager auf den Versand.
Nach der Lagerung auf der Feinhefe werden die ersten Weine filtriert. Dabei wird werden alle Trubstoffe über einen Kieselgutfilter vom Wein getrennt und der Wein ist dann blank.





Februar
Nachdem die Reben geschnitten sind, wird das Rebholz mit Hilfe eines Steilhanghäckslers zerkleinert. Diese Aufgabe ist Knochenarbeit, da die schwere Maschine mit eigenen Motor arbeitet und mit der Seilwinde gezogen wird. Das geschredderte Material gelangt so wieder in den Nährstoffkreislauf.



März
Im Frühjahr werden die ersten Weine auf Flaschen gezogen. Zu diesen Zweck mieten wir eine mobile Abfüllanlage, die alle unsere technischen Wünsche erfüllt. Naturkorken können genauso verarbeitet werden wie Schraubverschluss oder Kronenkorken. An einem durchschnittlichen Fülltag laufen 15.000 – 20.000 Flaschen übers Band, die dann in Gitterboxen gelegt werden. Anschließend kommen diese zur Lagerung in den kühlen Flaschenkeller. Dort kann der Wein in aller Ruhe reifen und seine Aromen entfalten.
Trockenes Frühlingswetter ist ideal für das Einbringen von Kompost oder Grünschnitt. Mit einer Erdschaufel hinter dem Schlepper wird der Kompost am Wegrand aufgeladen und im Weinberg gleichmäßig verteilt. Wir schaffen so ideale Voraussetzungen für einen gesunden Boden mit hohem Humusanteil. Im Steilhang erfolgt diese Arbeit mit der Raupe oder mühselig von Hand mittels Schlitten.





April
Der April ist der optimale Monat zur Anpflanzung neuer Weinberge. Im Steilhang wird diese mühevolle Arbeit von Hand erledigt. Nach einem bestimmten Plan wird der neue Weinberg in Falllinie angelegt und mit Pflanzstäben in gerade Zeilen abgesteckt. Mit einem Erdbohrer werden die Löcher gebohrt, in die die Reben dann gepflanzt werden. In den steinigen Schieferböden ist es dabei nicht immer ganz einfach die Wurzel der neuen Rebe in die Erde zu pflanzen.
Heute werden die meisten Anlagen durch eine moderne Rebenpflanzmaschine gesetzt, die per GPS gesteuert wird. Gezogen werden diese Geräte durch Schlepper oder Raupen und erleichtern das Pflanzen erheblich.
Der noch winterfeuchte Boden im April versorgt die jungen Pflanzen mit ausreichend Wasser und ermöglicht einen optimalen Start. Eine neue Anlage sollte mindestens 30 Jahre stehen und der Rebe ausreichend Unterstützung und Halt beim Wuchs geben. Dazu „bauen“ wir einen Drahtrahmen der heute von verzinkten Pfählen getragen wird. Per Locheisen und Ramme werden die Eisenstickel in den Boden getrieben. Später wird dann der noch fehlende Draht gezogen. Damit die kleinen Pflanzen vor Fraß durch Rehe und Hasen geschützt werden, wird ihnen ein lichtdurchlässiges Rohr übergestülpt. Zusätzlich entsteht im Rohr ein Gewächshausklima, das den Reben optimale Wachstumsbedingungen verschafft.




Mai
Wenn die Anker zusammen mit den Endpfählen gesetzt sind, werden die Drähte gezogen. Sie geben den Rebtrieben Halt und verhindern das Abbrechen bei starkem Wind. Anfang Mai sind die Triebe so groß, daß die Rebstämme geputzt werden können. Dabei werden alle überschüssigen Triebe ausgebrochen. Bereits jetzt erfolgt die erste ertragsreduzierende Maßnahme, weil mit den Trieben auch potentielle Trauben entfernt werden. Die noch jungen Triebe müssen vor möglichen Pilzinfektionen wie Mehltau, Roter Brenner etc. geschützt werden. In früheren Zeiten wurde der Pflanzenschutz im Steilhang per Schlauchleitung komplett von Hand erledigt. Technische Weiterentwicklungen wie das SMS-Gerät erleichtern uns diese Arbeitsgänge heute erheblich.





Juni
Im Juni schreitet das Wachstum der Triebe schnell fort. Jetzt gefährden Gewitter und Wind die grünen Triebe, die zu diesem Zeitpunkt leicht abbrechen können. Die arbeitsintensive Zeit der Laubarbeit hat begonnen. Die Triebe werden in Drahtrahmen gesteckt, wo sie den nötigen Halt finden. Alle überflüssigen Triebe werden bei diesem Arbeitsgang entfernt, ebenso wie überzählige Gescheine (Traubenansatz). Bereits jetzt beginnt die „grüne Lese“. Bei zu hohem Gescheinsansatz werden bereits jetzt erste Maßnahmen zur Ertragsreduzierung durchgeführt und ganze Triebe samt späterer Traube entfernt. Sobald die Triebe der Junganlage etwas gewachsen sind, werden diese zur Förderung des Wachstums und zum Schutz vor Windbruch an den Pflanzpfählen angebunden.
Nach der Blüte werden über einen Laubsauger oder von Hand Blätter in der Traubenzone entfernt. Die erhöhte Sonneneinstrahlung fördert die Ausbildung einer dickeren Beerenhaut. Zusätzlich werden die Trauben nach einem Regen durch den besseren Winddurchlass schneller abgetrocknet.




Juli
Die Rebe ist ein Lianengewächs und würde ungezügelt wachsen, würde man dieses Wachstum nicht bremsen. Wenn die Laubwand zu hoch wird, kommt der Laubschnei-der zum Einsatz, der alle langen Triebe einkürzt. Danach ist die Anlage wieder besser durchlüftet und die Sonneneinstrahlung in der Traubenzone ist besser. Beim Laubschnitt machen wir bei Bedarf eine Bodenbearbeitung um den Boden zu lockern und Unkraut zu entfernen, das in trockenen Sommern einen Wasserkonkurrent für die Rebe darstellt. In unseren Weinbergen halten wir jede 2. Rebzeile offen und die andere begrünt. Im Steilhang können wir keine Maschinen einsetzen, hier wird der Laubschnitt per Hand erledigt. Eine gute Kondition ist für diese Arbeit, die uns „gipfeln“ genannt wird, unbedingte Voraussetzung.



August
Im August gehen wir eine Arbeit an, mit der ältere Generationen etwas Probleme haben – die grüne Lese. Dies bedeutet nichts anderes, als daß überflüssige Trauben auf den Boden geschnitten werden. Dadurch wird die Qualität der verbliebenen Trauben erheblich verbessert, unabdingbare Voraussetzung für große Weine. Gleichzeitig wird bei Bedarf die Traubenzone im Stock freigestellt um die Sonneneinstrahlung zu verbessern und das Abtrocknen der Trauben nach einem Regen zu be-schleunigen. Ab Mitte August reduziert sich das Wachstum der Triebe und die Rebe konzentriert ihre Kraft nun auf die Reife der Trauben.


September
Die Arbeiten im Weinberg sind soweit beendet und die Traubenreife beginnt. Jetzt benötigen wir warmes sonniges Wetter, um die Trauben gesund und reif in den Herbst zu bringen.

Oktober
Im Oktober beginnt in der Regel unsere Lese, die sich bis November hinzieht. Macht das Wetter uns keinen Strich durch die Rechnung, lassen wir die Trauben solange wie möglich hängen. In vielen Fällen ist zu diesem Zeitpunkt das meiste Laub schon abgefallen. Beim Riesling werden alle Weinberge mindestens zweimal selektiv gelesen, um die bestmögliche Qualität zu erreichen.






November
Nach der Traubenlese steht alle 3 Jahre eine Arbeit an, die niemand von uns besonders mag – das Kalken. Die skelettreichen Schieferböden haben von Natur aus einen niedrigen ph-Wert und neigen zur Versauerung. Um das zu verhindern bringen wir Kalk in unsere Weinberge – eine staubige Angelegenheit, die im Steilhang nur von Hand erledigt werden kann.


Dezember
Bereits im Dezember beginnen wir mit dem Rebschnitt und entfernen all das Holz, das für das kommende Jahr nicht benötigt wird. Ein reduzierter Anschnitt ist die erste Weiche für eine bessere Qualität. Bei dieser Gelegenheit werden auch abgestorbene alte Rebstöcke entfernt. Um eine weitere Ansteckung benachbarter Rebstöcke mit Krankheiten, Viren und Pilzen zu verhindern, werden die Rebstöcke aus dem Weinberg entfernt und der thermischen Verwertung zugeführt.


